Stimmhygiene

Was kann ich selbst dazu beitragen, um mein Sprechorgan (Stimmbänder) gesund zu erhalten?

Empfohlene Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Stimme:

  • Stimmschonung: sich genügend Sprechpausen, Sprechruhe gönnen (z.B. im Privatleben: keine unnötigen Streitereien und Debatten im Familienkreis) Vorsicht: bei stimm-anstrengendem Sprechberuf in Freizeit eher Ruhe geben, Stimme schonen: kein Singen (Chor, Karaoke); wenn schon, dann nur mit guter Stimmtechnik
  • bei Sport: nicht schreien
  • Nicht gegen Hintergrundlärm sprechen (kein Störschall) bei Konversation: Backgroundmusik (Radio, HiFi, TV) ausschalten
  • Kommunikation: nicht über weite Distanzen hinweg in Wohnung: nicht durch mehrere Räume hindurch schreien
  • Schlafzimmer: keine trockenen, überheizten Räume Luftfeuchtigkeit: min. 60–70 % Luftbefeuchtung: nasse Tücher auf Heizkörper
  • Frauen: Achtung Hormonhaushalt (prämenstruell, Klimakterium, Pille) – wirkt sich auf Stimme aus (Vorsicht: keine Sprechanstrengung)
  • Flüssigkeitszufuhr: min. 2 Liter am Tag trinken nicht gilt: Kaffee, Cola, Energy drinks (Red Bull), Spirituose
  • vor Rede-Auftritt: Stimme „aufwärmen“ (Stimmübungen, Einsingen)

Meiden:

  • Rauchen! + passiv Rauchen: verrauchte Räume Nikotin: Nervengift
  • Nikotin-Nervengift - paralysierend, lähmt feine Flimmerhärchen in Atemwegen (Schutzschicht: Abtransport von Schadstoffen) Tabakpyrolysat: gelangt an Stimmbänder, enthält hunderte kanzerogene Stoffe
  • Alkohol (harte scharfe Getränke, Schnaps): dehydrierend = entwässern (trocknet aus), weicht Schleimhäute auf. verschlechtert motorische Koordination (auch an Stimmorgan)
  • Tees: nicht: Schwarz (russisch), Früchte, Kräuter (Kamille, Pfefferminze) -  dehydriert (trocknen aus)verschleimend: Milch, Schokolade Nüsse (splittern) Speisen: scharf, stark gewürzt, salzig Staub, Rauch, Abgase, chemische + organische Substanzen („Wohngifte“, Allergene)
  • beengende Kleidung: Hals (Krawatte, Fliege), Bauch (enge Hose/Gürtel) Getränke: zu heiß + zu kalt (heiße Suppe: Katastrophe!!!) besser: lauwarm - nichts außer Körpertemperatur
  • Inhalate: kein Menthol, Pfefferminz (reizt), Kamille (austrocknend). besser: Salzlösung, kalt inhalieren (Macholdt-Inhalator), Zerstäuber, Meerwasser-Spray (Aerosol)
  • nicht: Flüstern, Räuspern, Husten (v.a. bei akutem Infekt) besser: Schweigen (Sprechkarenz) Flüstern: Luftzug trocknet Stimmbänder aus Räuspern: Stimmbänder reiben abnorm aneinander - Teufelskreis: noch mehr verschleimen (Abwehr)
  • Lutschtabletten: eher sinnlos, weil Lutschgut kommt nicht an Stimmbänder, sondern geht in Speiseröhre (Magen) – Stimmbänder sind im Kehlkopf; dieser sitzt am Eingang der Luftröhre, um Atemweg (beim Essen/ Schlucken) zu verschließen d.h. Schluckgut kommt nie an Stimmbändern vorbei.
  • kein Menthol, Pfefferminz, Eukalyptus, Kampfer, ätherische Öle.
    besser: Emser Pastillen, Eibisch, salzig Gurgeln: Neoangin, Tantum verde, Hexoral (aber ebenfalls eher sinnlos)
  • Mundwasser (Odol), scharfe Kaugummis + Bonbons (Firn), Rachenspray, Atemfrisch
  • Ernährung: Magen übersäuern - Reflux: Sodbrennen, Rückfluss aus Magen (Magensaft = Salzsäure) - gelangt in Kehlkopf, ätzt Stimmbänder auf

Nicht:

  • Mentholiges, Pfefferminz:„kühler Hauch“ wirkt anästhesierend = betäubt Sensorik - 
  • Gefahr: individuelle Leistungsgrenze leicht überschreiten - 
  • Schäden
  • Koffein: Kaffee, Cola, Schwarztee (Teein)

folgende Medikamente können stimmschädigende Nebenwirkungen haben:

  • Antihistamin: Asthma 
  • Abschwellend (Antiphologistika) 
  • Neurologie: Sympaticomimetica 
  • Husten (Antitussiva) 
  • Bluthochdruck: Alpha-, Beta-Blocker, ACE-Hemmer 
  • Entwässernd (Diuretika) Anticholinergika: Atropin, Scopolamin Schwindel (Antiverginosa) 
  • Durchfall (Antidiarrhoeica) 
  • Hormone: Testosteron, anabole Steroide, Kontrazeptiva (Anti-Baby-Pille) 
  • Blutverdünner: Gefahr Mikroblutungen - auch an Stimmbändern 
  • Aspirin (Blutungen) 
  • Antiallergika 
  • Nasenspray, -tropfen (Effedrin) 
  • Lokalanästhetika (Hals) 
  • Schilddrüse (Thyreoidika)
  • Psychopharmaka: Amphetamine (Aufputscher), Antidepressiva, Neuroleptika (Psychose), Tranquilizer (Beruhigung), Barbiturate (Schlafmittel)